Sonntag, 29. Mai 2016

Die Honigernte

Mir kommt es vor, als hätten wir die Bienchen erst gestern gekauft und schon ernten wir unseren ersten Honig.







Ich denke, die Grundausstattung haben wir nun soweit komplett. Der Mann hat eine gebrauchte, schon in die Jahre gekommene Handschleuder gekauft, aber sie leistet ihre Dienste wie eine Neue. Das ein oder andere Luxusteil wird nächstes Jahr noch dazu gekauft, wie ein gescheites Entdeckelungsgeschirr. Aber erst, wenn wir mehr Völker haben. Noch sind es nämlich erst eins und drei Ableger. 

Die Honigernte, ein  Abenteuer für die ganze Familie und lecker.schmecker noch dazu. 
Die ganze Zeit haben alle gierig den Endeckelungswachs ausgekaut. Das durften meine Geschwister und ich früher bei meinem Opa schon immer. Kein Schleudern ohne Wachskauen. Den Kindern hat`s genauso gut geschmeckt wie uns damals. Aber irgendwann hat selbst das größte Schleckermäulchen genug Honig intus. Wobei der Mittlere heute auf die Idee kam, er hätte gerne Honig im Suppenteller, so als Honigsuppe. Aber genug ist genug ... morgen dürfen sie noch etwas Wachs zum Kauen mit in die Schule nehmen, um den Mitschülern etwas vom süßen Gold abzugeben.


Entdeckelunswachs mit Honig - lecker
 



So, nun klären 33kg!!! Honig in drei Eimern und werden die nächsten Tage noch abgeschäumt, um restliche Wachspartikel und Luftblasen zu entfernen. Dann möchten wir einen Eimer cremig rühren und den Rest flüssig lassen, bzw. bei Bedarf cremig rühren. 
Ich freue mich schon auf`s Abfüllen in Gläser und auf`s Beschriften, das erste Honigbrot und natürlich auf das Verschenken an die Nachbarn ...♥


 

Donnerstag, 28. April 2016

Pflanzenflut

Ich freue mich schon wahnsinnig auf die Gartensaison, die bei uns eigentlich erst richtig mit dem Auspflanzen meiner Tomaten beginnt. Gerade sieht es allerdings nicht wirklich so aus, als ob der Winter sich verabschieden möchte. Wir haben fast Mai und ich will keinen Schnee mehr, außerdem passt die Winterjacke auch nicht mehr richtig! 
Meine Pflänzchen (auch die Sämereien vom Pflanzensamenkreisel), die allesamt wunderbar gedeihen,  sind somit also noch auf der Fensterbank in Küche untergebracht und die Paprika im Wohnzimmer. Obwohl es da eigentlich viel zu warm ist, aber mangels Alternativen müssen die da durch und wir hoffen das beste. Vor den Eisheiligen pflanzen wir die Pflanzen nie ins Freie. Ist uns zu riskant ... warten wir also noch ein bisschen auf den Frühling :).
Besonders gespannt bin ich dieses Jahr auf die Reisetomate und den Gewürzpaprika und, ob alle selbstgewonnenen Sämereien das werden, als was ich sie ausgesäht habe.





Edit: Hier ein tolles Video zum Pikieren von Tomaten (auch wenn`s schon zu spät ist, aber für nächstes Jahr)

Dienstag, 26. April 2016

Rotweinessig

Vor ca. einem Jahr habe ich einen Rotweinessig angesetzt. Ich habe 3,5l Rotwein gekauft, ein paar Tage offen stehen lassen, damit der Schwefel entfleucht und dann mit ca. 300ml Wasser aufgefüllt. Dann durfte er abgedeckt stehen und stehen und stehen. Er hat mich sehr viel mehr Geduld gekostet, als der Quittenessig (mittlerweile teilweise abgefüllt). 
Erst im Dezember fing er an, eine Mutter zu bilden. Diese hat nun aber eine stattliche Größe erreicht. Ich möchte den Essig gar nicht abfüllen, weil mir der Anblick dieser massiven Ansammlung von Mikroorganismen so gut gefällt. Mindesten 2cm ist die Schicht dick. Ein paar dünne Essigmütter sind abgesunken. Der Essig ist schön klar und rot. Auf den Geschmack bin ich schon gespannt. Toll wäre jetzt natürlich so ein tolles Essigfass aus Keramik. Da könnte man schön aus dem Zapfhahn ablassen und oben einfach Wein nachfüllen ... irgendwann mal :)



Chaotisches Wochenende

Alles fing Freitag morgen an. Der Mann hatte Geburtstag, die Stimmung war ausgelassen, zu ausgelassen ... und der Schulbus weg ...! Also schnell die Kinder in die Schule gefahren. Den Kleinsten hat der Mann zwischenzeitlich fertig gemacht und ausnahmsweise wurde auch er mit dem Auto in den Kindergarten gefahren. Normalerweise ist er stolzes Buskind.
Puh, Pause bzw. Zeit, um letzte Vorbereitungen für den Geburtstagskaffee zu erledigen. Es gibt Marzipan-Nußstangen, Windbeutel (dank Ei-Überschuss) und Rhabarberkuchen. Wir bekommen nicht wirklich Besuch, aber man weiß schließlich nie, wer sich doch zu uns verirrt.


Der restliche Tag war noch schön entspannt, meine Eltern und Geschwister waren zum Kuchenessen da, wir haben endlich den Schafzaun umgestellt, den Bienenschrank aufgebaut und die Glucke umgesetzt. Bald gibts wieder kleine süße Puschelküken. Jedes Jahr eine große Freude.
Samstag war verregnet und wir entschieden uns den lange gehegten Plan in die Tat umzusetzten - Küche umräumen/umstellen.
Das grüne Lieblingsofa war schon länger den Kinder versprochen und ich hatte bereits ein wunderhübsches rotes 50er Jahre Sofa von der Schwiegeroma im Dach stehen. Also, Schrank ausräumen, grünes Sofa ins Kinderzimmer ... mist ... es passt nicht, egal ... Schrank ans andere Ende der Küche, wieder einräumen und feststellen, das rote Sofa ist zu groooooß ...
Typisch für uns! Warum misst man nicht einfach vorher? Aber ich bin davon überzeugt, alles hat seinen Grund (man kann es auch Schei...e schönreden nennen).
Es gibt jetzt leider kein Sofa mehr in meiner Küche. Dafür einen kleinen Beistelltisch, zu dem ich, sollte der Frühling sich doch noch zum Kommen entschließen, einen tollen Stuhl restaurieren werde. Bei Regen macht mir das einfach keinen spaß.



Wir waren alle erleichtert und zufrieden, als Samstag Abend meine Küche wieder aufgeräumt und ordentlich war. Insgesamt viel luftiger und freundlicher konnte ich mich nur schwer von ihr trennen, um mit dem Mann zusammen Fear the Walking Dead zu gucken. 
Bilder aufhängen war für den Sonntag Morgen geplant.
Geplant haben wir jedoch nicht den Lauf der Leitung in der Wand. Es funkt, es stinkt und es wird dunkel. Punktlandung! Wand aufbohren, reparieren, zuspachteln und ein möglichst großes Bild über den Schandfleck hängen. Hat funktioniert, ärgerlich war es trotzdem.


Die Küche gefällt uns allen viel besser, ein paar Bildchen fehlen noch, aber die Flohmarktsaison hat ja gerade erst begonnen.
Nun ist das Kinderzimmer an der Reihe ...

Freitag, 22. April 2016

Fladenbrot mit Saaten

Aufmerksame Leser wissen, dass Fladenbrot eines unserer (vielen) liebsten Brote ist. Meist essen wir es mit Hummus und (fast) alle sind glücklich. Man kann es sehr gut einfrieren und auch am nächsten Tag schmeckt es noch super.
Jetzt im Frühling, wo Kräuter und Salat im Überfluss wild wachsen schreit mein Gaumen jedoch nach etwas mit Körnchen und Samen. Passt einfach super zusammen, die Körnchen, Samen und die Kräuter. Warum also nicht mal ein Fladenbrot mit Ölsaaten probieren. 
Wir finden es echt lecker und besonders gern wird es mit Bärlauchfrischkäse oder Avocado gegessen. Als Topping Radieschensprossen oder Rucola, Paprika, Ei, geraspelten Karotten, Radieschen ... der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Je bunter der Sandwich desto fröhlicher die Esser :D
Übrigens auch zum Grillen bestens geeignet. Unsere Gefriertruhe ist nun erstmal wieder mit genügend Fladenbrot bestückt. Nun heißt es essen, essen, essen ...


Fladenbrot mit Saaten

Quellstück:
50g Leinsamen
50g Sesam (oder 25g Sesam + 25g Mohn)
100g Sonnenblumenkerne leicht gehackt
100g Rotkornschrot mittelfein (Dinkel oder Weizen)
225g warmes Wasser

Mindestens 3h ausquellen lassen.

Vorteig:
500g Weizenmehl 550
10g Hefe
400g Wasser

Verkneten und 90 Minuten zugedeckt gehen lassen.

Hauptteig:
Quellstück
Vorteig
500g Weizenmehl 550 
23g Salz
200g Joghurt (3,8% Fett)
1 Schuss Olivenöl
60ml kaltes Wasser

Alles zu einem geschmeidigen Teig auskneten (hier 10 Minuten). 
Für 60 Minuten gehen lassen. 
Nun den Teig 1x falten und erneut 60 Minuten gehen lassen.

Ganz vorsichtig auf die bemehlte Arbeitsplatte stürzen und zu einem Rechteck drücken/ziehen. 
Nun in 6 gleichgroße Stücke teilen und alle vorsichtig rund wirken. Nicht zu straff! 
20 Minuten entspannen lassen.

Ofen auf 250°C vorheizen.

Die Teigkugeln nun zu runden Fladen ziehen/drücken. Durchmesser ca. 20-22cm, Dicke ca. 2-3cm. Abgedeckt weitere 30 Minuten gehen lassen. 

Zum Bestreuen und Bestreichen:
Milch 
Mischung aus Sonnenblumenkernen, Sesam und Leinsaat

Die Fladen mit Milch bestreichen und einstippen. Die Saatenmischung schön gleichmäßig darauf verteilen. 
Im Ofen ca.12 Minuten backen.






Donnerstag, 14. April 2016

Frühlingspizza

Immer häufiger bekomme ich im zeitigen Frühjahr Postelein in unsere Gemüsekiste gepackt. Zu Freuden aller, den wir lieben Postelein! Er schmeckt frisch und leicht, ist saftig und passt einfach wunderbar in den luftigen Frühling. Ob als Sandwichbelag, Salat oder eben auf Pizza. Postelein geht immer!
Und weil es hier derzeit häufiger schnell und spontan gehen muss so zwischen Hühner-Schaf und Ziegenstall ... ein Teig ohne lange Gehzeiten und TamTam. Selbstverständlich darf man sich aber auch mehr Mühe machen und einen lange geführten Teig verwenden (schmeckt noch tausendmal besser).


Frühlingpizza

Teig:
400g Mehl 550 od. Dinkelmehl 630
250ml Wasser
10g Salz
10g Hefe
1TL Sauerteig (vom Anstellgut)

Alles gut verkneten und 30 Minuten gehen lassen. 

Den Ofen auf 250°C vorheizen.

Nun den Teig auf einem Backpapier zu einem ca 1cm dicken Fladen ausdrücken/ ziehen. Erneut 25 Minuten gehen lassen.

Belag:
1 B. Sauerrahm (200g)
150g Cheddar 9 od. 12 Monate gereift
Pinienkerne, Menge nach Wunsch 
Salz/ Pfeffer

2-3 handvoll Postelein 

Den Sauerrahm auf der Pizza verteilen. Salzen und pfeffern. Mit dem Cheddar bestreuen und den Pinienkernen bestücken.
Die Pizza für ca. 15-20 Minuten in den Ofen geben. Der Rand sollte einen schöne Farbe bekommen und der Käse nicht zu dunkel werden.

Nach dem Backen mit

Bärlauchöl beträufeln und mit ganz viel
Postelein  bestreuen.
 


Sonntag, 10. April 2016

Wieder ein Stück weiter

Eine gefühlte Ewigkeit tragen wir nun schon den Wunsch eigener Bienen mit uns herum. Der Imkerkurs läuft und wir haben uns nun endgültig für die Bienen entschieden. 
Seit Freitag wohnen also tausend neue Damen hier am Hof, die allesamt fleißiger sind als meine Wenigkeit. Es ist ein wirklich großes Bienenvolk, bei dem wir nächste Woche sogar einen Ableger machen möchten. 
Heute haben wir den Drohnenrahmen erneuert und ein bisschen Futter aus der Zarge genommen, um neue Mittelwände zur Verfügung zu stellen. Denn: "Das Bauen verhindert das Schwärmen..." - so hat es uns der Imker erklärt und Futter finden sie nun draußen genug, denn die Kirschen blühen bei uns seit ein paar Tagen.
Über den Duft muss ich sicher nichts schreiben. Versteht sich von selbst, dass wir am allerliebsten in den Bienenkasten hüpfen würde. Und genascht habe ich heute sogar auch schon ein paar kleine Pollen, die alle anders geschmeckt haben. 
Das abgekratzte Wachs vom Rähmchen wird noch gesammelt, in der Hand geknetet, unter die Nase gehalten und in die Kerze geschmissen. Die Kinder (und wir) müssen alles erst begreifen. Das geht am besten durch anfassen, ausprobieren, schmecken und gucken.  
Bienen - ein Abenteuer für die ganze Familie und sogar der Opa zerbricht sich den Kopf darüber, wo die zukünftigen Ableger einen geeigneten Wohnplatz bekommen sollen. 
Gestochen wurde bisher keiner, es scheint ein sehr friedliches Volk zu sein. Aber noch sind wir (naja der Mann ;)) vermummt und tragen Handschuhe, jedenfalls der, der die Rähmchen aus dem Kasten holt. 
Neue Beuten sind auch schon gekauft und stehen bereit, um bewohnt zu werden. 
Endlich wird unser Kirschbaum befruchtet und alles andere, was am Hof wächst und das ist viel :). 
Witzigerweise war mein Großvater, wie auch der Großvater vom Mann Imker... 


♥ ... ein zuckersüßes Erbe sozusagen ... ♥